Ratgeber

XRechnung erstellen: Pflichtfelder, Leitweg-ID und Übermittlung – Schritt für Schritt vom Handy aus

XRechnung erstellen: alle Pflichtfelder, Aufbau der Leitweg-ID, Übermittlung über ZRE, OZG-RE, Peppol oder E-Mail, Validierung mit KoSIT-Regeln und der Ablauf Schritt für Schritt vom Handy.

Aktualisiert am 3. September 2026

Die Behörde hat den Auftrag erteilt, die Arbeit ist erledigt – und jetzt steht auf der Bestellung: „Rechnungsstellung ausschließlich als XRechnung unter Angabe der Leitweg-ID“. Für viele Handwerker und Dienstleister ist das der Moment, in dem das Thema E-Rechnung konkret wird. Eine XRechnung ist eine XML-Datei nach festen Regeln; mit Word oder Excel bekommst du sie nicht hin, mit der richtigen Software aber in wenigen Minuten. Dieser Ratgeber erklärt die Pflichtfelder, den Aufbau der Leitweg-ID, die Übermittlungswege ZRE, OZG-RE, Peppol und E-Mail, wie du vor dem Senden validierst – und zeigt Schritt für Schritt, wie du eine XRechnung direkt vom Handy erstellst.

Was eine XRechnung ist – und wer sie von dir verlangt

Die XRechnung ist das deutsche CIUS-Profil der europäischen Norm EN 16931 für elektronische Rechnungen: ein reines XML-Dokument, das alle Rechnungsdaten strukturiert enthält und von der KoSIT, der Koordinierungsstelle für IT-Standards, gepflegt wird. Aktuell gilt Version 3.x. Als Syntax sind UBL und CII erlaubt; beide transportieren denselben Inhalt, und Stellen, die XRechnungen annehmen, verarbeiten in der Regel beide.

Verlangt wird die XRechnung vor allem von der öffentlichen Hand. Für Lieferanten des Bundes ist sie seit dem 27. November 2020 nach der E-Rechnungsverordnung Pflicht; viele Länder und Kommunen haben eigene Regelungen, die im Ergebnis auf dasselbe hinauslaufen. Wenn du für ein Bauamt, eine Schule, ein Landesamt oder einen kommunalen Eigenbetrieb arbeitest, brauchst du sie fast immer.

Seit der E-Rechnungspflicht im B2B-Geschäft ist die XRechnung außerdem ein zulässiges Format für Rechnungen an jedes andere Unternehmen. Viele Betriebe nutzen sie deshalb als Standard: einmal erzeugt, funktioniert dieselbe Datei bei Behörden, bei der Hausverwaltung und beim Steuerberater. Der einzige Nachteil ist, dass ein Mensch das XML nicht ohne Viewer lesen kann – weshalb du in der Praxis oft ein PDF derselben Rechnung als Sichtkopie dazulegst.

Pflichtfelder der XRechnung: Die Checkliste

Die XRechnung übernimmt die Pflichtangaben aus § 14 Abs. 4 UStG und ergänzt eigene Regeln, die über die normale Papierrechnung hinausgehen. Fehlt eines der folgenden Felder oder ist es falsch befüllt, lehnt der Validator die Datei ab – und mit ihm das Rechnungsportal.

Die meisten Ablehnungen gehen auf drei Felder zurück: die Leitweg-ID, den Verkäufer-Kontakt mit Telefon und E-Mail und die Bankverbindung. Wer diese drei einmal korrekt in seinen Stammdaten hinterlegt hat, ist mit den meisten Validierungsfehlern durch.

  • Rechnungsnummer und Rechnungsdatum – eindeutig und fortlaufend, wie bei jeder Rechnung
  • Leitweg-ID des Auftraggebers im Feld Käuferreferenz (BuyerReference) – bei öffentlichen Auftraggebern Pflicht, im B2B optional
  • Verkäufer: Name, vollständige Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr.
  • Verkäufer-Kontakt: Ansprechpartner, E-Mail-Adresse und Telefonnummer – alle drei, eine Besonderheit der XRechnung
  • Käufer: Name und Anschrift; bei Behörden zusätzlich die Bestell- oder Vertragsnummer, wenn eine vergeben wurde
  • Zahlungsbedingungen oder Fälligkeitsdatum – eines von beiden muss enthalten sein
  • Zahlungsmittel: Kontoinhaber und IBAN (BIC optional)
  • Währung – für dich fast immer EUR
  • Positionen: Bezeichnung, Menge, Einheit, Nettoeinzelpreis, Umsatzsteuersatz und Steuerkategorie je Position
  • Leistungsdatum oder Leistungszeitraum
  • Summen: Nettobetrag, Steuerbetrag je Steuersatz, Bruttobetrag und fälliger Zahlbetrag – rechnerisch stimmig bis auf den Cent
  • Bei Steuerbefreiung, etwa als Kleinunternehmer nach § 19 UStG: Steuerkategorie und Befreiungsgrund statt eines Steuersatzes

Die Leitweg-ID: Aufbau und wo du sie herbekommst

Die Leitweg-ID ist die Adresse der Behörde im Rechnungsverkehr. Sie sorgt dafür, dass deine XRechnung auf dem zentralen Portal des Bundes oder Landes an die richtige Stelle – das richtige Amt, die richtige Abteilung – weitergeleitet wird. Ohne sie weiß das Portal nicht, wohin mit der Rechnung, und weist sie ab.

Aufgebaut ist die Leitweg-ID aus bis zu drei Teilen, getrennt durch Bindestriche, zum Beispiel 04011000-1234512345-06. Der erste Block ist die Grobadressierung und bezeichnet die öffentliche Stelle, etwa ein Land oder eine Kommune. Der mittlere Block ist die Feinadressierung, mit der die Stelle ihre Abteilungen oder Organisationseinheiten unterscheidet; er kann auch entfallen. Die zwei Ziffern am Ende sind eine Prüfziffer, mit der das Portal Tippfehler erkennt.

Woher bekommst du sie? Ausschließlich vom Auftraggeber. Die Leitweg-ID steht in der Regel auf der Bestellung, im Auftragsschreiben oder in den Vergabeunterlagen; wenn nicht, fragst du bei der Stelle nach, die den Auftrag erteilt hat. Raten oder aus einer anderen Rechnung übernehmen funktioniert nicht, weil viele Behörden mehrere Leitweg-IDs für verschiedene Abteilungen führen. Manche Stellen verlangen zusätzlich eine Bestell- oder Vertragsnummer im entsprechenden Feld – auch das steht auf der Bestellung.

Im B2B-Geschäft brauchst du keine Leitweg-ID. Das Feld Käuferreferenz kannst du dort leer lassen oder mit einer Referenz füllen, die der Kunde wünscht, etwa seiner Bestellnummer.

Übermittlungswege: ZRE, OZG-RE, Peppol oder E-Mail

Wie die XRechnung zum Empfänger kommt, hängt davon ab, wer der Empfänger ist. Beim Bund laufen Rechnungen über zwei zentrale Plattformen: die ZRE, die Zentrale Rechnungseingangsplattform für die unmittelbare Bundesverwaltung (Ministerien und ihre nachgeordneten Behörden), und die OZG-RE für die mittelbare Bundesverwaltung sowie die Länder, die sich angeschlossen haben. Andere Länder betreiben eigene Portale. Auf allen Plattformen registrierst du dich einmalig und kannst die XML-Datei dann hochladen, per E-Mail an eine Portaladresse schicken oder über Peppol einliefern.

Peppol ist ein internationales Netzwerk für den Austausch elektronischer Dokumente. Um darüber zu senden, brauchst du einen Zugangspunkt, einen sogenannten Access Point, den ein Dienstleister betreibt. Für Kleinbetriebe lohnt sich das selten: Upload oder E-Mail an das Portal reichen aus, und Peppol ist ein zulässiger, kein vorgeschriebener Weg. Erst wenn ein großer Kunde ausdrücklich darauf besteht, wird ein Provider Thema.

Im B2B-Geschäft ist es viel einfacher: Du hängst die XML-Datei an eine E-Mail, gern zusammen mit einem PDF als Sichtkopie, und schickst sie an die Rechnungsadresse des Kunden. Mehr verlangt das Gesetz nicht. PlanifyMinds B2B ist im Business-Tarif Peppol-ready – die App prüft Empfänger-ID und Format und stellt ein Exportpaket bereit –, versendet aber selbst nichts über Peppol. Ohne eigenen Provider oder Access Point läuft der Peppol-Weg also außerhalb der App; per E-Mail und Portal-Upload bist du dagegen sofort startklar.

Validieren, bevor du sendest

Eine XRechnung, die formal fehlerhaft ist, wird nicht bearbeitet – sie wird abgewiesen, und die Zahlung verschiebt sich um Wochen. Deshalb gehört die Validierung vor den Versand. Die KoSIT stellt ein kostenloses Prüftool bereit, das eine XML-Datei gegen das aktuelle XRechnung-Regelwerk testet und jeden Verstoß mit Regelnummer und Klartext ausgibt. Die Rechnungsportale verwenden dieselben Regeln: Was beim Validator durchgeht, geht in aller Regel auch dort durch.

Die Meldungen unterscheiden zwischen Fehlern, die zur Ablehnung führen, und Warnungen, die du prüfen, aber nicht zwingend beheben musst. Typische Fehler sind eine fehlende Leitweg-ID bei einer Behördenrechnung, ein leeres Telefonfeld beim Verkäufer, eine fehlende IBAN, Summen, die um einen Cent abweichen, oder ein falscher Steuercode bei einer steuerfreien Leistung.

Gute Software validiert, bevor sie die Datei überhaupt herausgibt. Bei der hier beschriebenen App wird die XRechnung serverseitig erzeugt und gegen die KoSIT-Regelwerke geprüft; du brauchst dafür eine Internetverbindung. Das ersetzt aber nicht die Kontrolle beim Empfänger: Die letzte Instanz ist immer das Portal oder die Buchhaltung deines Kunden, und Stammdatenfehler – eine alte Telefonnummer, eine falsch abgeschriebene Leitweg-ID – kann kein Validator erkennen.

Schritt für Schritt: XRechnung vom Handy erstellen

Der folgende Ablauf zeigt, wie eine XRechnung mit einer Rechnungs-App auf dem Smartphone entsteht – direkt nach der Abnahme, noch vom Kundenparkplatz aus. Die Schritte gelten sinngemäß für jede Software; die Tarifangaben beziehen sich auf PlanifyMinds B2B.

Vom ersten Kundenkontakt bis zur hochgeladenen XRechnung dauert das nach ein paar Durchläufen weniger als zehn Minuten. Die Zeit steckt fast ausschließlich im ersten Schritt: Stammdaten, die einmal vollständig sind, machen jede weitere Rechnung zur Routine.

  • 1. Konto anlegen und Firmenstammdaten vollständig füllen: Name, Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., IBAN, Telefon, E-Mail, Logo – ein Konto mit E-Mail-Bestätigung ist Pflicht
  • 2. Kunden anlegen; bei Behörden das Feld für öffentliche Auftraggeber aktivieren und die Leitweg-ID beziehungsweise Käuferreferenz eintragen (in der App ab dem Business-Tarif für 49,99 € im Monat)
  • 3. Rechnung erstellen: Positionen mit Bezeichnung, Menge, Einheit, Einzelpreis und Steuersatz, dazu Leistungsdatum, Fälligkeit und – wenn gewünscht – Skonto
  • 4. XRechnung erzeugen: Das XML wird serverseitig gebaut und gegen die KoSIT-Regeln geprüft, du brauchst also Internet; die einfache XRechnung gibt es kostenlos mit Wasserzeichen im PDF, die vollständige XRechnung nach EN 16931 ab Pro für 34,99 € im Monat
  • 5. Versenden: an Geschäftskunden per E-Mail mit XML und PDF-Sichtkopie (Versand direkt aus der App ab Pro); an Behörden das XML auf ZRE, OZG-RE oder das Landesportal hochladen – Peppol nur über einen eigenen Access Point
  • 6. Ablegen: XML acht Jahre unverändert aufbewahren; im Pro-Tarif gibt es dafür ein GoBD-Exportpaket je Rechnung mit PDF, XML und Prüfsummen – ein revisionssicheres Archiv ist das nicht, die Ablage bleibt deine Aufgabe

Praxisbeispiel

Beispiel: Sanitärbetrieb Yilmaz repariert für das Bauamt

Installateurmeister Yilmaz bekommt vom Bauamt seiner Stadt den Auftrag, in einer Kita die Warmwasserversorgung instand zu setzen. Auf der Bestellung stehen die Leitweg-ID, eine Bestellnummer und der Hinweis, dass Rechnungen ausschließlich als XRechnung über das Rechnungsportal des Landes angenommen werden. Bisher hat er Rechnungen als PDF aus einer Textvorlage verschickt.

Nach der Abnahme legt er das Bauamt als Kunden in seiner Rechnungs-App an, markiert es als öffentlichen Auftraggeber und trägt Leitweg-ID und Bestellnummer ein. Die Rechnung selbst besteht aus drei Positionen: Arbeitszeit, Ersatzteile, Anfahrt. Er erzeugt die XRechnung noch im Auto – die App braucht dafür ein paar Sekunden Internet – und lädt das XML am Abend im Portal hoch. Am nächsten Tag kommt die Ablehnung: Die Telefonnummer des Verkäufers fehlt, weil er sie beim Anlegen des Kontos übersprungen hatte.

Yilmaz ergänzt die Nummer in den Stammdaten, erzeugt die XRechnung neu und lädt sie ein zweites Mal hoch. Diesmal wird sie angenommen; die Zahlung geht drei Wochen später ein. Seitdem ist die Telefonnummer fest in den Stammdaten, und jede weitere Behördenrechnung braucht nur noch die Leitweg-ID von der jeweiligen Bestellung. Für seine Hausverwaltungen schickt er dieselbe XRechnung per E-Mail mit dem PDF dazu – ein Ablauf für alle Kunden.

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Häufige Fragen

Was ist eine Leitweg-ID und wo finde ich sie?

Die Leitweg-ID ist die Kennung einer öffentlichen Stelle im Rechnungsverkehr, zum Beispiel 04011000-1234512345-06, bestehend aus Grobadressierung, Feinadressierung und Prüfziffer. Du bekommst sie ausschließlich vom Auftraggeber – auf der Bestellung, im Auftragsschreiben oder auf Nachfrage. Im B2B-Geschäft brauchst du keine.

Kann ich eine XRechnung mit Word oder Excel erstellen?

Nein. Eine XRechnung ist eine XML-Datei nach einem festen Schema, das Word und Excel nicht erzeugen. Du brauchst entweder eine Rechnungssoftware mit XRechnung-Export oder nutzt die Weberfassung der Bundesportale ZRE und OZG-RE, bei der du die Rechnung im Browser Feld für Feld eintippst.

Muss ich zur XRechnung ein PDF mitschicken?

Nein, die XML-Datei ist die Rechnung. Ein PDF als Sichtkopie ist trotzdem üblich und für Kunden ohne Buchhaltungssoftware hilfreich. Bei Behördenportalen lädst du nur das XML hoch; im B2B kannst du beides an dieselbe E-Mail hängen.

Wie versende ich eine XRechnung an ein Unternehmen?

Per E-Mail an die Rechnungsadresse des Kunden, die XML-Datei als Anhang. Mehr verlangt das Gesetz nicht; Peppol ist eine Option, keine Pflicht. Kläre mit dem Kunden, ob seine Buchhaltung eine bestimmte Adresse oder ein PDF dazu wünscht.

Brauche ich Peppol, um XRechnungen zu erstellen?

Nein. Peppol ist nur ein Übermittlungsweg und hat mit dem Erstellen nichts zu tun; die Bundesportale nehmen XRechnungen auch per Upload oder E-Mail an. Für Peppol brauchst du einen eigenen Access Point über einen Dienstleister, was sich für Kleinbetriebe selten lohnt.

Was tun, wenn meine XRechnung abgelehnt wird?

Die Ablehnung nennt in der Regel die verletzte Regel. Meist fehlt die Leitweg-ID, der Verkäufer-Kontakt mit Telefon und E-Mail oder die IBAN, oder eine Summe weicht um Cents ab. Korrigiere die Stammdaten oder die Rechnung, erzeuge das XML neu und lade es erneut hoch. Ob du dabei dieselbe Rechnungsnummer verwendest, hängt davon ab, ob die erste Fassung schon in deiner Buchhaltung erfasst war – im Zweifel fragst du die Steuerberatung.

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